Namen in der Urgeschichte

Namen in der Urgeschichte

Romanfiguren brauchen Namen, so viel ist klar. Das gilt auch für Romane, die in der Urgeschichte spielen, nicht nur, weil die Figuren unterscheidbar sein müssen. Es gibt auch keinen Grund zur Annahme, Menschen in der prähistorischen Vergangenheit hätten keine Namen getragen. Beweisen lässt sich dies allerdings nicht …

Nirgends wirkt sich für die Romanautorin in der Prähistorikerin das Problem der Schriftlosigkeit so stark aus wie wenn es darum geht, den Damen und Herren in meinen Geschichten einen Namen zu geben.

Vor der jüngeren (jüngsten) Eisenzeit ist für unsere Gefilde schlichtweg nichts überliefert, das man übernehmen oder wenigstens als Anregung nutzen könnte. 

Die einzige Ausnahme sind eben für die letzten Phasen der Urgeschichte in der jüngeren Eisenzeit (Latènezeit) antike Schriftquellen, in denen Einheimische genannt werden. Für diese Zeit wird bereits der Keltenbegriff genutzt, der wiederum etwas fragwürdig in Verbindung gebracht wird mit weitaus jüngeren, bis zu frühmittelalterlichen Texten von den britischen Inseln, in denen Personennamen in großer Zahl vorkommen. 

Aus dem „Keltischen“ kann man sich also durchaus Anregungen holen, und für „Salzbergtod“, der um 400 v. Chr. bereits am Übergang von der Hallstattzeit zur Latènezeit spielt, habe ich das vorsichtig und für einige Namen bereits getan. 

Doch für „Salzberggöttin“ (600 v. Chr.) und Salzbergerbin (540 v. Chr.) kam das nicht infrage. Die zeitliche Tiefe und der Abstand zu diesen Schriftquellen war mir viel zu groß, um mir davon Anleihen zu nehmen. Also blieb nur, mir Namen auszudenken. Sina, Renis, Tolan, Nessa und all die anderen Frauen, Männer, Kinder und Hunde sind ausschließlich meiner Phantasie entsprungen, wobei beispielsweise Sina auch heute noch ein bekannter Vorname ist, aber einfach genug, um möglicherweise auch in der Urgeschichte benutzt worden zu sein. Außerdem kann es durchaus sein, dass ich mir Namen vermeintlich ausgedacht habe, die es – in anderen Zeiten und Kulturen – bereits gibt.

Ich versuche immer, für jeden Roman Namen zu finden, die jeweils mit einem anderen Buchstaben beginnen, um die Verwirrung während des Lesens so gering wie möglich zu halten. Außerdem gibt es, außer bei „Salzberggöttin“, am Beginn der Romans ein Namensregister, und für „Salzbergerbin“ einen Stammbaum.